Kapitel 4

Es war Montag und ausnahmsweise wurde ich erst um 8 Uhr von meinem Radio geweckt. Ich darf heute später anfangen, da ich „meine“ Mädls aus Bayern zu Besuch hatte. Es war schön, sie alle wieder zu sehen und so Neuigkeiten aus meiner Heimat und von meiner Familie zu erfahren. Auch beruhigt es mich, das es meinem „Sunny“ gut geht. Ich vermisse ihn schrecklich. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke.

Ich stand auf, ging in die Küche und machte mir Frühstück. Es war ungewohnt still. Yvette hat bei ihren Eltern übernachtet. Nach dem Frühstück ging es ab ins Bad und dann zum Anziehen. Noch ein paar selbstgebackene Leckerlis eingesteckt und ab zur U-Bahn. Bei der Hofreitschule angekommen wurden alle freundlich gegrüßt. Besonders Tom, weil er einen Teil meiner Arbeit mitgemacht hat. Es ist schön hier zu arbeiten. Alle sind sehr nett und man kann sich wirklich auf jeden hier verlassen.

 

Also machte ich mich gleich an die Arbeit um meinen Teil noch zu erledigen. Ich war gerade in der letzten Box mit ausmisten beschäftigt, als plötzlich mich eine bekannte Stimme ansprach. Es war Herr Polak.

„Guten Morgen Elisabeth! Wie ich sehe bist du bald fertig.“

Ich nickte und fragte mich gleichzeitig, was er wohl von mir möchte. Die Antwort darauf sollte gleich folgen.

„Das trifft sich gut. Wenn du fertig bist, komme bitte mit „Sternentänzer“ in die Reithalle.“

Ich guckte erstaunt, nickte nur wieder und Herr Polak ging.

 

„Sternentänzer“ begrüßte mich mit einem leisen Wiehern und stupste mich an. Ich liebkoste ihn und gab ihm dann ein Leckerli. Tom hatte Sternentänzer´s Box ausgemistet und so konnte ich ihn gleich auf den Hof bringen, um ihn zu putzen und zu satteln. In der Reithalle angekommen, wurde ich auch schon erwartet. Ich stieg auf und schon kam auch Michael – der Trainer – mir entgegen. Michael hatte mir schon oft bei der Arbeit mit „Sternentänzer“ zugesehen. Er gab mir auch Tipps und ich konnte jederzeit mit Fragen zu ihm kommen.

 

Mit einem Lächeln blieb Michael bei mir stehen und teilte mir mit, dass ich heute statt Stefan beim Training mitmachen durfte. Ich war total perplex und dachte mir ‚Oh Gott! Das kann ich nicht!‘ Aber Michael meinte nur „Sternentänzer ist ein klasse Pferd mit viel Talent und du hast uns täglich zugesehen, da dürfte dies für dich kein Problem sein.“

Er zwinkerte mir zu und stellte sich wieder an seinem Platz. Natürlich freute ich mich, aber mir war auch ganz schön mulmig zumute.

 

Ich wollte gerade überlegen, ob ich nicht doch „Nein“ sagen sollte, aber es ging schon los und so blieb mir nichts anders übrig, als mitzumachen. Hätte ich nicht meinen „Sternentänzer“, ich hätte mich bestimmt furchtbar blamiert. Die Fehler, die ich machte, besserte mein Süßer geschickt aus. Ja, „Sternentänzer“ hatte wirklich Talent. Ich bin jeden Tag stolz auf ihn und in diesem Moment war ich es ganz besonders! Er machte es eigentlich fast ganz allein; ich musste nicht viel machen. Es schien, als würde er meine Gedanken lesen bzw. auch oft kennen.

 

Michael schien zufrieden gewesen zu sein. Er lobte uns alle und nannte den Termin für das nächste Training. Auch ich wurde gefragt, ob ich nicht wieder mal mitmachen möchte. Ich antwortete positiv darauf und strahlte.

„Sternentänzer“ schien noch nicht müde zu sein. Also entschied ich mich noch für einen kurzen, entspannenden Ausritt.

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