Kapitel 2

Hallo, ich heiße Sissy. Also eigentlich lautet mein ganzer Name Elisabeth Sarah Mayrhofer. Aber kaum jemand nennt mich Elisabeth. Alle meine Freunde rufe mich Lisi, außer meine allerbeste Freundin. Von ihr werde ich Sissy gerufen und das ist für mich etwas ganz Besonderes. Daher taufe ich mich hier Sissy. Aber nun zurück zu meiner Vorstellung.

Ich bin 22 Jahre alt und stamme aus München. Meine Eltern kommen beide aus Bayern. Bis zu meinem 14. Lebensjahr haben wir in München gewohnt. Wir sind dann nach Passau gezogen, weil mein großer Bruder ein paar Tage nach der Eröffnung von der lebenden Westernstadt „Pullman City“ dort anfing als Showakteur zu arbeiten. Und da hier schon mal die Rede von meinem lieben Bruder ist, mache ich auch gleich mit ihm weiter. Mein Bruder heißt Christian und ist 25 Jahre alt. Mein Dad arbeitet seit 7 Jahren als Sattler dort und meine Mum als gelernte Schneiderin verkauft dort selbstgenähte Westernklamotten.

 

Obwohl mich „Pullman City“ von Anfang an in seinen Bann gezogen hat, sollte ich erst mal einen „vernünftigen“ Beruf erlernen. Also habe ich eine Lehre als Bürokauffrau absolviert und 4 Jahre lang in einem Buchhaltungsbüro gearbeitet. Das langweilte mich aber und ich kündigte. So jobbte ich in „Pullman City“ und half meistens in den Ställen aus. Nebenbei stand ich manchen mit meinen Buchhaltungskenntnissen zur Seite. Besonders genoss ich lange Ausritte mit meinem wundervollen Schecken „Sunny“. Er ist mein kleiner Sonnenschein und in der „Westernstadt“ mein bester Freund. Habe ich Kummer, finde ich bei ihm Trost.

 

April 2004 zu Ostern nahm ich mir von der „Westernatmosphäre“ Auszeit und fuhr nach Salzburg, da ich mir das Gut „Aiderbichl“ ansehen wollte. Es ist wunderschön dort. Natürlich zog es mich gleich zu den Pferden! Dort fiel mir ein weißer Araber auf. Er war abgemagert und stand abseits alleine auf der großen Weide. Er machte einen traurigen Eindruck und zog mich in seinen Bann. Irgendwann bemerkte ich, dass ich diesen Araber lange beobachtete und mir kam ein Gedanke. Da ich irgendwie schon immer etwas mit Tieren arbeiten wollte, fragte ich den Besitzer, ob er nicht jemanden zum Arbeiten gebrauchen könnte. Natürlich konnte er. Und so begann ich dort zu arbeiten. Täglich an der frischen Luft und unter vielen verschiedenen Tieren; es gefiel mir sehr gut. Meine ganze Freizeit widmete ich diesem weißen Araber-Hengst. Er begann mir zu vertrauen und seine ursprüngliche Schönheit, sowie sein Charakter kamen zurück. Da niemand seinen Namen kannte, gab ich ihm den Namen „Sternentänzer“. Mit ihm ritt ich den englischen Reitstil und machte viel Dressur.

 

Anfang dieses Jahres kam ein Mann auf das Gut und beobachtete mich bei der Arbeit mit „Sternentänzer“. Er schien sichtlich davon beeindruckt gewesen zu sein und ihm fiel auch gleich auf, welch großes Vertrauen mir mein „Sternentänzer“ entgegenbrachte. Dieser Mann entpuppte sich als Gottlieb Polak von der „Spanischen Hofreitschule“. Er beobachtete uns heimlich noch einige Tage. Zwei Tage vor seiner Abreise bot er mir eine Stelle als „Pferdebetreuerin“ auf dem Gestüt, wo die berühmten Lippizaner untergebracht sind. Er meinte, ich hätte die richtige ruhige Ausstrahlung dafür und könne gut mit Pferden umgehen. Mir ging zur kurz durch den Kopf „wow! Einen ganzen Tag nur von Pferden umgeben, von meinen Lieblingstieren“ und nahm mit großer Freude dankend an. Also reiste ich mit Herrn Polak ab und zog mit „Sternentänzer“ nach Wien.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0